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CPC
Bericht Am 3.Tag des Trainingslagers auf Mallorca ereignete sich ein folgendschwerer Unfall, bei dem Chöli sich schwere Verletzungen zuzog, insbesondere Kopfverletzungen. 5 Tage im Koma, Rücktransport mit der REGA in die Schweiz, Rehabilitation im SUVA-Center in Bellikon. Ein Ueberblick der tragischen Geschichte.
15.-16.02.2004 - Playa de Muro Der CPClan reiste zu viert auf die Balearen-Insel. Top motiviert waren sie: Lukas, Jonas, Hannes und Chöli. Zwei Tage trainierten sie gut bei schönem Wetter und waren für viele kommende, teils auch intensive Trainings gerüstet.
17.02.2004 - Hospital de Muro Es regnete und wir wollten ca. 5h trainieren gehen. Bereits nach 13km Fahrt auf der Strasse nach Artà erreignete sich der schwere Unfall. Ein Lieferwagen geriet bei einem missglückten Brems- oder Ueberholmanöver auf die Gegenfahrbahn wo der CPClan daherpedalieren kam. Während Hannes knapp vorbei kam wurde Jonas und Lukas vom Lieferwagen gestreift und Chöli hatte keine Chance. Er wurde frontal erfasst. Chöli lag unansprechbar im Strassengraben, sein Gesicht war voller Blut und der Helm hatte Totalschaden. Sein Kreislauf und auch die Atmung waren aber noch intakt. Nach der ersten Hilfe von Jonas, Lukas und Hannes kam dann endlich die Sanität. Chöli wurde ins Spital nach Muro gebracht. Am mittleren Nachmittag kam die Meldung, dass Chölis Zustand stabil sei und dass er ausser Lebensgefahr sei.
18.-20.02.2004 - Hospital Palma Stunde für Stunde, Tag für Tag. Gross über das, was noch alles kommen wird, konnte niemand spekulieren. Chöli befand sich im Koma, allerdings in einem mehr oder weniger stabilen Zustand. Er hatte einen offenen Oberschenkelbruch rechts, ein gebrochenes Wadenbein links, jenste heftigste Prellungen und ein Hirnhämatom (Blutung), welches eine grosse Bedrohung darstellte. Deshalb musste er nach Palma transportiert werden, weil es dort eine neurologische Abteilung gibt, die Chöli am Kopf notoperieren hätte können. Sein Vater traf am 18.2. in Palma ein und half uns, alles organisatorische rund um den Unfall bis hin zur Rechtshilfe zu übernehmen.
21.02.2004 - Hospital Palma In der Nacht auf Samstag, den 21.2., erwacht Chöli aus dem Koma und hat das erste Mal Wortlaute von sich gegeben. Die Untersuchungen und die nachfolgenden Berichte der Aerzte sind hören sich hoffnungsvoll an: Chöli sollte keine bleibenden Schäden davontragen. Hannes und Lukas reisen nach Hause, Jonas setzt das Trainingslager alleine fort.
26.02.2004 - Kantonsspital Aarau
02.03.2004 - Kantonsspital Aarau Seine Mutter telefonierte den Baumanns vom Spital aus. 2h war sie dort und Chöli schlief immer. Mitten im Telefon erwachte Marc neben seiner Mutter und Lukas erhielt wenige Augenblicke, um mit ihm zu sprechen! Seine Stimme war sehr leise und müde wirkend, aber er sprach das erste Mal durchs Telefon. Seine Eltern besuchen ihn übrigens jeden Tag.
03.03.2004 - Kantonsspital Aarau Mit Erstaunen stellten wir fest, dass Chöli nirgends einen Gips trägt. Ausser einem Blasenkatheter hatte er auch keine Schläuche und Geräte an sich. Gesagt hat er zwar nicht viel, und uns angeschaut hat er vielleicht 5 Minuten insgesamt. Aber wir spürten, wie er gegen die Müdigkeit ankämpft, wie er versucht uns Antworten zu geben. Er nahm uns ganz bestimmt gut wahr, aber noch hat ihn die Müdigkeit wohl zu fest im Griff. Wie seine Mutter sagte, war er noch nie so "aufgeweckt".
11.03.2004 - Bellikon Gut drei Wochen nach dem Unfall und gut zwei Wochen nach seinem Aufwachen aus dem Koma nahm Chöli in Bellikon (AG) in der SUVA-Klinik seine Rehabilitation in Angriff. Er konnte bereits lange wach sein, telefonierte viel (!) und erinnerte sich an etliche Dinge. Schreiben konnte er (noch) nicht.
16.03.2004 - Bellikon Vier Wochen seit dem Unfall. Chöli war mehr oder weniger den ganzen Tag lang wach. Täglich hat er Physiotherapie und psychologische Betreuung. Am Abend kann er Besuche entgegen nehmen, jedoch zur Zeit nur schwach dosiert. Sein geistiger Zustand ist sehr schwierig zu erfassen und noch schwieriger zum erklären. Er klammert sich extrem an seine Eltern und auch an uns, will immer wieder wissen wann wir wiederkommen und ob wir noch bleiben. Auch will er sehr viel die Hände schütteln. Ansonsten redet er gut mit einer eher leisen Stimme (sei noch immer vom Schock). Manchmal haben wir das Gefühl, er realisiere die Konsequenzen seines Unfalls, doch nur wenig später redet er, dass er in zwei Wochen wieder daheim sein will. Schreiben ist weiterhin schwierig für ihn. Er freute sich aber riesig über den Besuch und wir hoffen, dass es Schritt für Schritt besser gehen wird, auch wenn es viel Zeit und Geduld braucht.
22.03.2004 - Bellikon Jeden Montag besuchen Jonas und Lukas Chöli in Bellikon, Hannes weilt ja in Neuseeland. Heute war er sehr, sehr müde vom langen Tag mit Therapie und psychologischer Betreuung. Entsprechend wollte er einfach nur noch eines: Schlafen gehen. Da wir nun nicht viel über ihn live in Erfahrung brachten, informierten uns seine Eltern: Er habe v.a. im Kopf Fortschritte erzielt und sei viel aufnahmefähiger gegenüber einer Woche vorher. Eine heikle Verletzung sei weitershin seine grosse Wunde (Loch) oberhalb des Knies im Oberschenkel, die wohl noch länger dauern wird bis sie verheilt. Bis dahin dürfe er keine Wassertherapie machen. Es geht unter die Haut, wenn man bedenkt, wie langsam alles vorwärts geht.
29.03.2004 - Bellikon Woche 6 nach dem Unfall. Chöli redet nun viel lauter, ist sehr wach, fühlt sich "fit" und erzählt sehr viele Stories. Für die Therapie ist er motiviert, klopft bereits Sprüche und ist unter dem Namen "Kölliker" schon fast in der ganzen Klinik bekannt... Wir waren sehr überrascht, auch fährt er selber Rollstuhl und isst viel. Er hat übrigens eine super Einstellung. Doch man soll immer bedenken, dass Unfallpatienten verschiedene Phasen durchlaufen und Rückschläge dazugehören können.
05.04.2004 - Bellikon 7 Wochen seit dem Unfall. Chöli hat grosse Fortschritte erzielt: Seine Stimme ist fast die alte, er strahlt viel Zuversicht und Freude an seinen Fortschritten aus! Sein "Loch" im Oberschenkel ist bald wieder geschlossen, was dann Wassertraining ermöglichen würde. Zudem betätigt er sich seit einer Woche mit Krafttraining am Oberkörper und Rumpf. Seine Haltung ist viel besser und seine Züge werden auch wieder runder. Zudem ist er sehr gesprächig und aufgestellt. Konversationen sind beinahe wie früher, einzig übertreibt er manchmal etwas in seiner Euphorie... ;-)
12.04.2004 - Bellikon 8 Wochen seit dem Unfall. Chöli trägt ab sofort auch rechts keinen Gips mehr (ehemals offener Oberschenkelbruch). Täglich wird sein Bein von einer Maschine während fast einer Stunde bewegt. Bis 75° anwinkeln ist schon möglich. Auch sein "Loch" im Oberschenkel ist weitgehend zu, was in Kürze Wassertherapie ermöglichen wird. Reden tut er wie ein Buch, hat aber - wie er selbst sagt - Mühe mit Erinnerungen vom letzten halben Jahr. So verwechselt er oft Sachen (z.b. Trainingslager Gran Canaria mit Mallorca) und hat Mühe Erzähltes, Gesehenes (Fotos) und eigene, reale Erinnerungen zu trennen und vermischt deshalb oft Geschichten. Um sein Kurzzeitgedächtnis zu trainieren macht er täglich Spiele und Übungen. Die Fortschritte in den letzten 3 Wochen sind enorm gross und Chöli blickt positiv in die nächste Reha-Woche.
19.04.2004 - Bellikon Woche 9 seit dem Unfall und bald 5 Wochen Reha-Center in Bellikon. Chöli erzielt weitershin grosse Fortschritte. Bereits stand er (teilweise?) auf seinen eigenen Beinen und legte auch einige Meter (oder auch mehr?) zu Fuss hinter sich. Neben den Kraftübungen sitzt er auch auf dem Velo-Ergometer (bis 40min?). Er kommt richtig ins Schwärmen wenn er von diesen fantastischen Neuigkeiten erzählt. Der Clou ist einfach, dass seine Eltern und auch wir nicht 100% wissen, ob auch alles stimmt...(siehe Klammern). Aber in dieser Hinsicht hat er ebenfalls einen grossen Schritt nach vorne getan und realisiert unserer Meinung nach sein Unfall inklusive dessen Ausmass fast vollständig. Seine Einstellung ist nach wie vor fanstastisch und er wird deshalb auch vom Personal "Mister Sunshine" genannt. Er freut sich sogar auf die Arztvisiten, weil er da so viel Positives zu hören bekommt. Chöli, go on! Es kommt gut, habe Geduld! Erste Fotos
26.04.2004 - Bellikon Woche 10 seit dem Unfall. Chöli hat nun nicht nur sein Mobiltelefon wieder sondern er kann auch ins Internet, wie im Gästebuch unschwer zu erkennen ist >> Schwarz auf Weiss steht auf der Website geschrieben, was passiert ist und welche Fortschritte er erzielte bis jetzt. Er ist mental so stark, dass er sich sogar aufbaut mit dem Lesen seiner Reha-Geschichte. Seine Fortschritte sind tatsächlich aussergewöhnlich schnell. Sämtliche Arztberichte sind positiv und das Beste ist für ihn, dass er vielleicht schon über das nächste Wochenende in den Urlaub nach Hause darf. Er erfreute sich auch immer wieder über zahlreichen Besuch, welchen ihn unglaublich aufbaut. Chöli, setze die Aerzte weitershin ins Staunen...!
03.05.2004 - Bellikon Woche 11 seit dem Unfall. War das ein Anblick heute: Chöli empfing uns strahlend ohne Bart und frisch rasiert...! Nach dem Urlaub zuhause übers Wochenende begann die Rehabilitation wieder. Er darf selber wählen, welche Reha-Trainingsformen er gerne absolvieren möchte. Natürlich sitzt er zweimal täglich auf dem Veloergometer (wie könnte es anders sein? :-), daneben gehts mit Krafttraining, Laufübungen im niedrigen Wasser (noch sitzt er im Rollstuhl) und Beintherapie für die Beweglichkeit weiter, usw. Die Arbeit lohnt sich offensichtlich und es geht ständig vorwärts. Bald werden sicherlich auch die Beinmuckis wieder heranwachsen. Eine Prognose wie lange er noch bleiben wird in Bellikon ist schwierig abzugeben. Vielleicht nur noch einen Monat? Auf alle Fälle wird es deutlich weniger lang als zuerst angenommen. Chöli bildet in der Statistik in allen Belangen einen Ausreisspunkt im positiven Sinne!
10.05.2004 - Bellikon Woche 12 seit dem Unfall. Chöli befand sich bereits schon zum zweiten Mal über das Wochenende zu Hause. Doch unter der Woche heisst es wieder "ran an die Therapie" in Bellikon. Es geht im wirklich gut und er wird täglich gefordert, sei es mit Computertrainings für das Gedächtnis oder mit Therapie für die Physis. Die Waden setzen übrigens ganz langsam etwas Volumen an :-) Die Aerzte und das Personal schauen gut zu Chöli, damit es ihm nicht langweilig wird. Man kann es nur wiederholen: Marc macht unglaubliche Fortschritte! Wenn die Abschluss-Röntgenuntersuchung Ende Woche positive Resultate hervorbringt, ist anzunehmen, dass ab nächster Woche der Rollstuhl nicht mehr nötig ist!
17.05.2004 - Bellikon Gestern fand in Zofingen die Duathlon-Schweizermeisterschaft statt. Mit dabei: Chöli! Selbstverständlich noch nicht als Athlet, aber wer hätte Ende Februar gedacht, dass dies möglich ist? Er sagte, dass dieser Tag am Intervall Duathlon ihn sehr motiviert habe und dass er viel Freude und Energie getankt habe. Sein Vorbild Jonathan Hall schenkte ihm gar seinen Sieger-Blumenstrauss! Die Therapien in Bellikon gehen aber weiter. Noch mehr Kopftraining und letzte Vorbereitungen für den Tag, an dem er seinen Rollstuhl abgeben kann und wieder auf seinen Beinen zu laufen versuchen muss. Denn heute wurden Marc die Beine geröntgt, und falls die Resultate gut sind, bekommt er grünes Licht zum Laufen! Und dann, ja dann gehts los um definitiv zurück zum Alltag zu gelangen!
18.05.2004 - Bellikon Ein weiterer, riesengrosser Meilenstein in der Reha-Geschichte Chölis ist am Morgen des 101. Tages nach dem Unfall gesetzt: Die Aerzte kamen in Chölis Zimmer, sagten ihm, er solle den Rollstuhl beiseite schieben, aufstehen und zur Türe hinaus laufen! Auf die Beine, fertig, los! Es muss schon ein wahnsinniges und komisches Gefühl sein, nach so langer Zeit wieder voll auf seinen eigenen Beinen zu stehen und zu laufen. Er hätte das Gefühl gehabt, als krachen seine Beine sogleich wieder zusammen. Und: "Laufen ist gar nicht so einfach...!" schrieb Chöli per SMS. Dennoch, am Abend ging er mit seinen Eltern ein wenig spazieren. Sogar Treppensteigen sei gegangen. Chöli, wir freuen uns riesig mit dir!
24.05.2004 - Bellikon Der erste Spaziergang mit Chöli ist Tatsache geworden! Vom Rollstuhl direkt ohne Gehilfen zum Gehen, welch tolle Leistung! Er "spaziert" gut, eine Einseitigkeit ist jedoch sichtbar, v.a. wegen seinem rechten Bein (ehemals offener Oberschenkelbruch). Für Laufschritte fehlt zwar noch Kraft und auch die Koordination dazu muss erst wieder erarbeitet werden. Es geht aber mit schnellen Schritten vorwärts - im wahrsten Sinne des Wortes... In Bellikon findet Chöli die besten Vorraussetzungen um alles wieder zu erlernen. Wer Chölis Geschichte kennt weiss: Lange wird er nicht dazu brauchen... :-)
31.05.2004 - Vordemwald "Gopferdaami, da esch eini, mini Vivienne..." Chöli meint damit sein altes Stahl-Rennrad, Geburtsjahr 1987 oder so ähnlich. Jetzt hat er seine Dame - letztmals auf Gran Canaria 2003 im Einsatz - wieder hervorgenommen. 3.8km, Schnitt 21km/h - die Topform nähert sich! :-) Auch ans Lauftraining darf er langsam denken, denn das Gehen macht keine Probleme mehr. Die Kraft nimmt stetig zu, sogar die "Entlassung" aus der Reha-Klinik scheint ziemlich in Bälde Wahrheit zu werden. Nun gehts noch an die Details, wie z.B. Zahnarztbesuch für seine Zahnlücke. Er ist damit fast vollständig wieder hergestellt :-) Nur ein neues Rennrad, das fehlt noch!
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