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07/2002
SWISSPOWER GIGATHLON 2002
In diesem ausführlichen extra Bericht habe
ich das einmalige Erlebnis "Swisspower Expo Gigathlon 2002"
festgehalten. Als Mannschaft OKOTPUS nahmen wir über alle 7 Wettkampftage
zu fünft teil. Zu finden sind folgende Inhalte:
::: Sponsoren
::: Teammitglieder in der Übersicht
::: Bericht "Gigathlon als einmaliges Erlebnis!"
::: Team OKTOPUS: Die Zahlen und Daten
::: Die Tagesberichte
Sponsoren
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Besten Dank unseren
beiden Hauptsponsoren, der Firma B+S Ingenieur AG aus Bern und der
Textilveredlungsfirma Müller aus Strengelbach, sowie unserem
Reservematerialausrüster Weishaupt Cycles aus Zofingen. |
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Teammitglieder in der Übersicht
| Müller Jenny |
74, Sportlehrerin |
Skirennfahrerin |
| Morf Susann |
73, Sportlehrerin |
Allrounderin |
| Müller Hannes |
80, Sportstudent 2.Sem |
Laufen, Velo |
| Röthlin Thomas |
76, Sportstudent 2.Sem |
Allrounder |
| Baumann Lukas |
78, Sportstudent 8.Sem |
Duathlet (Ersatz für Thömu) |
| Röthlisberger Thomas |
74, Bauingenier |
Inliner (verletzt, darum Coach) |
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Gigathlon als einmaliges
Erlebnis!
Der Gigathlon war ein Erlebnis der ganz seltenen Klasse; ein sportlicher
Multi-Grossanlass über sieben Tage quer durch die Schweiz mit Bus
und Zelt im Team wird es zumindest in nächster Zeit nicht mehr
so schnell geben. Der Entscheid mitzumachen fiel für mich kurzfristig
und eigentlich eher weniger aus sportlichen Motiven. Mich reizte die
Einmaligkeit eines solchen Anlasses und das Dazugehören und Miterleben
dieser besonderen Atmosphäre. Dass ich überhaupt dazugehörte
ist Zufall, denn ich sprang für Thömu ein, der sich drei Wochen
zuvor das Schlüsselbein am Swiss Inline-Cup in Sempach brach. Und
ich verdanke meine Teilnahme auch unseren grosszügigen Sponsoren,
die unsere Startgelder von je Fr. 1000.- übernahmen, Bus zur Verfügung
stellten und unsere Shirts und Hemden finanzierten. Ehrlich gesagt wäre
ich nicht bereit gewesen, 1000.- zu bezahlen. Meine finanziellen Prioritäten
liegen da momentan etwas anders.
Für alltägliche Sachen: Anstehen...
Meine Vorfreude war gross, auch wenn mein Training - wie für viele
andere - nicht dem Gigathlon galt. Trainingstechnisch war der Gigathlon
für mich sogar eher ungünstig in der Vorbereitung, weil eigentlich
Grundlagentraining in dieser Phase hätte sein sollen. Aber eben,
ich freute mich auf das Erlebnis, freute mich v.a. um das Geschehen
neben dem Wettkampf. Leute kennenlernen, Plaudern, schöne Stunden
erleben... Wie sich herausstellen sollte, wurde ich in diesem Punkt
etwas enttäuscht. Die Zeit war von morgens früh bis abends
spät so ausgefüllt, dass Rahmenprogramme kaum noch Platz hatten.
Es ist nur schwer zu beschreiben, wie die Zeit von 5 Uhr bis 23 Uhr
oft ausgefüllt war. Den Hauptteil nahm natürlich die Reiserei
für sich in Anspruch. 1800 Kilometer legten unser Bus und PW in
acht Tagen zurück... Und da die Blechkolonne des Gigathlon aneinandergereiht
8km ergäbe, waren Staus und Wartezeiten vorprogrammiert. Oder die
Parkplätze mussten etwas weiter weg von den Wechselzonen oder dem
Camp gesucht werden, was manchmal ziemlich lange Wege zu Fuss bedeutete
und damit Zeit verschlang. Dann mussten die Zelte jeden Tag auf- und
abgeräumt werden, die Fahrzeuge logistisch mit dem richtigen Material
beladen werden (viel Denkarbeit...), unsere Wettkampfgeräte gewartet
und eingestellt werden. Essen gab es jeweils im grossen Zelt, wo z.T.
auch angestanden werden musste. Selbst die täglichen Geschäfte
mussten zuerst in einer Kolonne ausharren. Und im Massagezelt von Dul-X
gab es oft grössere Wartezeiten. Und da wir schlussendlich ein
Team sind und wenigstens im Tag zweimal alle miteinander zusammen sein
wollten, mussten wir z.T. auch auf uns selbst warten...
Alle Disziplinen gemacht
Jetzt aber nur nicht Erschrecken. Die obigen Tatsachen gehören
wohl zu so einem Anlass einfach dazu, sind quasi unvermeidbar bei so
vielen Gigathletinnen und Gigathleten. Dadurch entstanden nun eben auch
unvergessliche Momente, die wir einmal unseren Enkeln erzählen
können, hihi! Einfach gigathletisch. Für jeden von uns aber
stand natürlich jeweils seine Tagesdisziplin im Vordergrund. Wir
machten alle alles - fast alles. Mein absolviertes Programm: 2xInline,
2xRennvelo, Bike, Schwimmen und Laufen. Besonders das Inlinen, neben
dem Neoprenschwimmen im Davosersee, war für mich das spezielle
des Gigathlons. Eine Sportart wettkampfmässig bestreiten, die ich
zuvor in dieser Art nicht kannte. Gut, ich spielte jahrelang Inline-Hockey,
aber einfach skaten auf der Strasse war ich eigentlich bis auf drei
mal vor dem Gigathlon mit den neuen Schuhen nie.
Wir stellten zuvor in einer Zusammenkunft einmal einen Plan auf, wer
wann welche Strecken macht. Jeder hatte eine Wunschstrecke, die gesetzt
war, der Rest der Zusammenstellung war einfach Rücksichtsnahme
aller Interessen, Neigungen, Präferenzen und natürlich auch
Stärkeverhältnissen immer unter Anbetracht, dass alle jede
Disziplin mindestens einmal machen. Dennoch waren Änderungen notwendig,
wie z.B. bereist am ersten Tag. Solche Änderungen wurden oft spontan
am Vorabend getroffen. Ich glaube, wir haben damit einen guten Mix gefunden
und alle scheinen zufrieden gewesen zu sein. Ich auf jeden Fall war
ganz bestimmt zufrieden mit meinen Disziplinen. Dies war für die
Abwechslung und auch indirekt für die Motivation und Herausforderung
bestimmend. Unser Team hat ganz gut funktioniert, jeder hat gearbeitet,
wo er konnte. Es gab keinerlei Reibereien oder Gehässigkeiten,
wir verstanden uns und jeder gab sein Bestes. Und natürlich freuten
wir uns bei jeder Zielankunft gemeinsam über den Tag und dessen
Ergebniss. Und falls mal das Ergebniss etwas schlechter ausfiel: Man
fand problemlos immer wieder Sachen, an denen man sich so richtig freuen
konnte!
Für alle Interessierten habe ich die wichtigsten Zahlen des Team
"OKTOPUS" in einer Tabelle zusammengetragen.
Die gesamten Ranglisten findet man via datasport.ch (alle Ranglisten
- Diverse - Swisspower Gigathlon). Direkt zur :::
Rangliste :::
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Team OKTOPUS: Die Zahlen und Daten
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Distanz
[km] |
AthletIn |
Zeit, Rang |
Bestzeit, %
Rückstand |
Bemerkungen |
| Montag,
8.Juli - Yverdon-Grandson-Couvet-Ste.Croix-St.Prex-Lausanne |
| Schwimmen |
2.5 |
Susann |
1:02.54 334.! |
32.41 |
|
| MTB |
33 |
Hannes |
1:49.12 153.! |
1:19.39 |
|
| Inline |
19 |
Lukas |
56.14 10.! |
49.34, +13.4% |
460 Höhenmeter, gutes Gefühl, jedoch danach heftige
Rückenschmerzen, 20.3 km/h |
| Rennvelo |
90 |
Jenny |
3:19.03 231.! |
2:29.04 |
|
| Laufen |
15 |
Tom |
1:06.53 117.! |
51.06 |
|
| Team |
159.5 |
OKOTPUS |
8:14.18 130.!
(130.!) |
1:52.43, +29.5% |
|
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Distanz
[km] |
AthletIn |
Zeit, Rang |
Bestzeit, %
Rückstand |
Bemerkungen |
| Dienstag,
9.Juli - Lausanne-Fribourg-Bern-Thun-Interlaken |
| Schwimmen |
2.5 |
Jenny |
1:07.02 313.! |
34.37 |
|
| Rennvelo |
138 |
Hannes |
4:33.59 140.! |
3:48.00 |
|
| MTB |
50 |
Tom |
1:56.48 71.! |
1:38.06 |
|
| Inline |
33 |
Susann |
1:27.34 168.! |
59.32 |
|
| Laufen |
32
(+5=37) |
Lukas |
2:46.33* 104.! |
2:07.29, +30.6% |
*Übergabe um 17min komplett verpetzt, richtige Zeit: 2:29.17,
+17.1%. Strecke war länger (ca. 37km - 4.02 min/km). z.T. heftiger
Regen, kühl |
| Team |
255.5 |
OKOTPUS |
11:51.58 107.!
(114.!) |
2:32.44, +27.3% |
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Distanz
[km] |
AthletIn |
Zeit, Rang |
Bestzeit, %
Rückstand |
Bemerkungen |
| Mittwoch,
10.Juli - Bönigen/Interlaken-(Lötschberg)Raron-Biasca-Bellinzona-Locarno |
| Schwimmen |
2.5 |
Tom |
44.25 218.! |
26.02 |
|
| MTB |
45 |
Susann |
2:19.41 155.! |
1:44.10 |
|
| Rennvelo |
129 |
Lukas |
4:30.11* 48.! |
3:50.08, +17.4% |
*Neutralisation bei Übergabe, mit Vali gefahren, gut unterwegs,
am Nufenenpass Rückenschmerzen (3xPause...4:22.37h Fahrzeit),
Regen und kühl bis kalt, ginge viel schneller... 29.5 km/h |
| Inline |
22 |
Jenny |
1:01.07 220.! |
41.49 |
|
| Laufen |
22 |
Hannes |
1:28.58 39.! |
1:15.09 |
|
| Team |
220.5 |
OKTOPUS |
10:04.23 58.!
(94.!) |
1:59.05, +24.5% |
|
| |
|
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| |
Distanz
[km] |
AthletIn |
Zeit, Rang |
Bestzeit, %
Rückstand |
Bemerkungen |
| Donnerstag,
11.Juli - Locarno-Tenero-Bellinzona-Castasegna-Maloja-Samedan |
| Schwimmen |
3.5 |
Tom |
1:12.25 230.! |
40.56 |
|
| Inline |
20 |
Susann |
47.11 115.! |
36.24 |
|
| Rennvelo |
124 |
Hannes |
5:39.29 100.! |
4:31.27 |
|
| MTB |
26 |
Luki |
1:40.36 23.! |
1:20.17, +25.3% |
viel Stau auf Strasse. coole Strecke, wieder warm und schön,
gutes Gefühl, 1Pinkelpause, auf Passstrasse guter Rhythmus
gefunden. 16.3 km/h |
| Laufen |
26 |
Jenny |
2:33.05 210.! |
1:45.27 |
|
| Team |
199.5 |
OKTOPUS |
11:52.48 81.!
(??) |
2:43.02, +29.7% |
|
| |
|
|
|
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| |
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| |
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| |
Distanz
[km] |
AthletIn |
Zeit, Rang |
Bestzeit, %
Rückstand |
Bemerkungen |
| Freitag,
12.Juli - Samedan-Davos-Davosersee-Amriswil-Weinfelden-Frauenfeld |
| MTB |
47 |
Tom |
2:45.58 79.! |
2:10.252 |
|
| Schwimmen |
0.5 |
Lukas |
16.55* 353.! |
5.17, +320.1% |
*verspätet und verschwitzt in Wechselzone, Wasser 14°C,
geil mit Neopren zu schwimmen, Datachip verloren und damit nochmals
Zeit. Effektive Schwimmzeit ca. 11.00 |
| Rennvelo |
143 |
Hannes |
4:01.58 92.! |
3:33.03 |
|
| Laufen |
22 |
Susann |
1:57.58 195.! |
1:20.04 |
|
| Inline |
21 |
Jenny |
55.20 238.! |
38.52 |
|
| Team |
235.0 |
OKTOPUS |
9:52.10 95.!
(89.!) |
1:47.53, +22.3% |
|
| |
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| |
Distanz
[km] |
AthletIn |
Zeit, Rang |
Bestzeit, %
Rückstand |
Bemerkungen |
| Samstag,
13.Juli - Frauenfeld/Diessenhofen-Schaffhausen-Winterthur-Zürich-Zug-Luzern |
| Schwimmen |
9 |
Jenny |
1:12.09 306.! |
53.09 |
|
| Rennvelo |
47 |
Hannes |
1:28.55 156.! |
1:12.49 |
|
| MTB |
58 |
Susann |
3:01.55 276.! |
2:07.52 |
|
| Laufen |
29 |
Tom |
2:30.23 131.! |
1:52.05 |
|
| Inline |
36 |
Luki |
1:09.31 20.! |
1:03.27, +9.5% |
Massenstart 18.30Uhr, mit Platzwunde am Schienbein gestartet,
zu weit hinten eingestanden, rasante Stellen - lässiges Erlebnis!
31.1 km/h |
| Team |
179.0 |
OKTOPUS |
9:22.54 147.!
(93.!) |
2:03.03, +28.0% |
|
| |
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Distanz
[km] |
AthletIn |
Zeit, Rang |
Bestzeit, %
Rückstand |
Bemerkungen |
| Sonntag,
14.Juli - Horwerbucht-Luzern-Basel-Oensingen-Solothurn-Biel |
| Schwimmen |
3 |
Tom |
48.45 191.! |
30.51 |
|
| Rennvelo |
124 |
Lukas |
3:35.42* 46.! |
3:19.33, +8.1% |
Schon wieder Tom im Stich gelassen (Schwimmstrecke war kürzer),
mehr als die Hälfte mutterseelenallein im Wind, schnell, im
BL in Gruppe, kein Saft mehr im Ziel, effektive Fahrzeit 3:31.56,
+6.2% (35.3 km/h) |
| MTB |
44 |
Jenny |
2:49.00 240.! |
1:54.50 |
|
| Inline |
22 |
Susann |
48.18 150.! |
35.45 |
|
| Laufen |
35 |
Hannes |
2:48.43 87.! |
2:12.21 |
|
| Team |
228.0 |
OKTOPUS |
10:50.29 94.!
(??) |
2:09.30, 24.9% |
|
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Die Tagesberichte
Sonntag
Mit einem grossen Bus der Textilveredlung Müller AG aus Strengelbach
und Thömus Privatauto (Kombi) fuhren wir top gelaunt nach Yverdon.
Einfach wahnsinnnig, wieviele Gigathleten dort anzutreffen waren! Die
Stimmung bei der Anmeldung und dem Fassen der Ausrüstung war gelassen
und zuversichtlich von allen, die dort anstehen mussten. Nachdem alles
gefasst war, gings ab ins Camp. Platz suchen, Zelte aufstellen, Autos
einpuffen, sich zurecht finden. So gings wohl allen. Und alle wollten
schier zur gleichen Zeit dasselbe. Im Nachhinein geht dieser Abend als
der mühsamste der Woche für mich ein; die weitesten Wege,
die grössten Kolonnen, die meiste "Zurechtfinde-Anstrengung".
Gleichzeitig war aber auch die Vorfreude für den morgigen Start
zu spüren. Die Camping-Atmosphäre mit den orangen Zelten am
See mit dem Nebel der Expo-Wolke gemixt mit den vielen aufgestellten
Gleichgesinnten ergab eine besondere Stimmung!
Montag
Am ersten Tag sprang ich für Hannes ein und übernahm die Inline-Strecke,
da es eine gefährliche Abfahrt gab. Wir waren rechtzeitig in der
Wechselzone in Couvet und mussten relativ lange auf die Ablösung
warten. Der Wechsel mit Hannes verlief ohne Probleme und ich konnten
abdüsen. Das Feld war sehr langgezogen, und da wir weit hinten
waren, traf ich keinen guten Inliner. Das Tal hinauf gings vorerst noch
angenehm und ich versuchte, möglichst durch eine gute Technik Kraft
zu sparen. Aber dann gings hinauf, so richtig steil für Inlines.
Ich denke, der Anstieg hatte durchaus seine 10% Steigung. Es war richtig
geil. Ich fand eine gute Bergauftechnik und einen guten Rhythmus, brauste
an allen ziemlich schnell vorbei. Es kam mir vor, als wäre ich
ständig am Überholen. Und überholt wurde ich nie. Ich
wusste, dass dies sicherlich eine nicht schlechte Leistung war. Im Ziel
oben, nach 19km und 460 Höhenmeter Steigung zitterten meine Beine.
Und als ich nach ein paar Minuten Trinkpause meine ausgezogenen Skates
wieder aufheben wollte, konnte ich mich kaum mehr bücken. Mein
Rücken schmerzte so ungeheuer, dass er wie blockiert war. Folgenschwer,
denn mein Rücken konnte sich eigentlich nie richtig erholen und
wurde mir insbesondere am Nufenenpass zum Hindernis. Aber ich war zufrieden
mit mir und etwas überrascht über den guten 10.rang. Auch
dem Team gings nicht schlecht und wir hatten in Lausanne einen lässigen
Gigathlon-Start zu feiern. Ich war zusammen mit Thömu früh
im Ouchy und nutzte die Zeit, um etwas zu dösen. Die Gesichter
waren rundherum allesamt zufrieden und wir konnten zuversichtlich den
nächsten Tag erwarten.
Dienstag
Die zweite Etappe errachtete ich für mich persönlich als Ecketappe.
Denn 32km Laufen kann doch heftige Beinschmerzen verursachen und folgende
Leistungen einschränken. An jenem Morgen schmerzte mir aber immer
noch der Rücken vom Inlinen. In Fribourg luden wir Tom aus und
Hannes von der Rennvelostrecke ein. Wieder einmal mehr mussten wir lange
Wege zur Wechselzone in Kauf nehmen. Dann gings nach Thun. Nach der
Konsultation der Spitzenzeiten errechneten wir die früheste Ankunft
von Susann. Nun, ich war etwas vorsichtig und wir gaben nochmals mehr
als 10 Minuten mehr Toleranz. Nach einem heftigen Gewitter beruhigte
sich die Lage wieder etwas und wir sassen zu dritt plaudernd an einem
Festtisch und die Lautsprecher nicht hörend weil falsch installiert.
Als ich mich dann langsam umzog und in die Wechselzone trabte, sprang
plötzlich Susann vor mir auf und schrie: "Luki, Luki, da bisch
du ja!" Ich war völlig platt, montierte den Datachip und lief
los. Später errechneten wir, dass sie geschlagene 17 Minuten auf
mich wartete; die Spitzenzeiten taugten für nichts, das mussten
wir bitter erfahren!
Dennoch nicht übertreiben, sagte ich mir. Mein Ziel war ein 4 Minuten
Schnitt. Zwar konnte ich es nicht kontrollieren, aber mittlerweile kenne
ich das Tempo ungefähr. Ich fühlte mich etwas schlapp, die
Beine waren nicht sehr munter, dennoch liefs vorerst gut. Regenreiche
Gewittergüsse prasselten auf die Strasse, begleitet von Blitz und
Donner. Dann der bewaldeten Seepromenade entlang mit den Wellengeräuschen
des Thunersees - eine besondere Atmosphäre. Die Strecke war zum
grossen Teil asphaltiert. Dann traf ich noch einen ehemaligen Gastdozenten,
Adrian Bürgi. Ich drosselte das Tempo ganz wenig und so konnten
wir zusammen laufen. Gegen Ende dann lief ich wieder alleine, musste
aber noch bei einem Bahnübergang etwa eine Minute warten. Die Kilometer
kamen mir aber irgendwie immer länger vor. 2:08h wäre die
Zielzeit gewesen, doch die Uhr zeigte über 2:20 an und das Ziel
konnte ich erst weit hinten sehen. Mittlerweile war ich etwas müde
geworden und hatte keine Lust, über die Zeiten nachzudenken. Im
Ziel taten mir wieder einmal die Beine so herzhaft weh. Erinnerungen
an den Stockholm-Marathon kamen hoch... Mir war kalt geworden und nichts
war schöner als in trockene, warme Kleider zu schlüpfen.
Abends wurden wir von meiner Mutter, die zusammen mit Müllers Mutter
Ursula uns besuchte, zum Abendessen in einem Restaurant eingeladen.
Es war wie Sonntag und ich glaube, es genossen alle. Die Nacht war zwar
mit weniger als fünf Stunden Schlaf kurz, dafür gut. Und schlafen
konnte ich auch deshalb gut, weil ich nun wusste, dass ich nicht so
hundsmiserabel gelaufen bin, sondern dass die Strecke um ca. 5km länger
war. 37km die auch wirklich lange waren.
Mittwoch
Wie würden sich wohl meine Beine anfühlen? Naja, einigermassen
gut. Der Tag war erneut nicht der schönste. Aber Tom stand früh
auf wegen dem Schwimmstart und brachte uns unser Frühstück
und den Lunch zu den Zelten - das war schön! Vom Camp auf dem Flughafen
in Interlaken bekamen wir damit redlich wenig mit. Beziehungsweise eigentlich
fast gar nichts. Via Lötschberg führte unsere Autoetappe nach
Raron, von wo ich dann in die Pedalen treten musste. Unterwegs genehmigten
wir uns noch ein Café und konnten damit auch grossen Luxus verbinden:
Eine echte Toilette mit Wasserspülung, ohne Gestank und Anstehen.
Am Lötschberg dann wie erwartet wieder Wartezeiten. Susann war
mit dem Bike bereits durch, doch dank der Rennneutralisation machte
dies nichts aus.
So, nun war es an mir, eine schnelle Velozeit hinzulegen. Der Zufall
wollte es, dass ich direkt mit Vali Belz aus der Wechselzone fuhr. Unser
Duathleten-Zug war flott unterwegs. Der Mitwind schraubte den Tacho
definitiv hoch. Es war geil. Dann kam der Regen und damit auch die Kälte.
Bei der Verpflegung in Ulrichen montierte ich die Beinlinge. Gleichzeitig
fühlte ich mich nicht mehr so gut im Strumpf. Die Tempowechsel
zuletzt in einer grösseren Gruppe kamen bei mir nicht gut an. Und
je länger der Pass dauerte, desto mehr hatte ich auch Probleme
mit dem Rücken. Ich wusste, es war nicht mein Tag. Mit ständigen
Schmerzen fuhr ich so langsam den Berg hoch wie normalerweise nicht
einmal in einer Trainingsetappe. Dann musste ich definitiv eine Entlastungspause
einlegen und stieg vom Rad. Das war bitter. Als eigentlich nicht schlechter
Radfahrer musste ich zusehen, wie mich die Leute stehen liessen. Auch
als endlich die Passhöhe erreicht war, musste ich wieder etwas
pausieren. Zudem war es auf dieser Höhe empfindlich kalt geworden.
Auf der Abfahrt agierte ich sehr vorsichtig und z.T. herrschte sogar
dichter Nebel. Unten im Tessin fand ich wieder etwas Tritt und zudem
schmerzte im Flachen der Rücken nicht derart. Wir bolzten nochmals
etwas Tempo bis ins Ziel. Der Wechsel zu Jenny verlief gut, mein Part
war getan. Chregi, der Bruder von Hannes, war seit Interlaken noch zu
Besuch, und wir luden ihn am Bahnhof wieder ab.
In Locarno herrschte auf dem Zeltplatz etwas Chaos, aber kein Problem.
Wir chaotierten munter mit und stellten unser Zelt auch irgendwie hin.
Am Abend konnte ich übrigens endlich vor 23 Uhr ins Bett, damit
gabs mehr als fünfeinhalb Stunden Schlaf!
Donnerstag
Wiederum stand Tom als erster auf, da er erneut unser Schwimmer war.
Nach der guten Nacht mit ausreichend Erholung fühlte ich mich ziemlich
gut. Das Wetter war cool, unsere Stimmung in Ordnung. Nach dem gemeinsamen
Morgenessen fuhr ich Susann nach Tenero zur ersten Wechselzone. Dort
herrschte ziemlich Chaos, und so stieg sie aus dem Bus, bevor ich parken
konnte. Tom kam strahlend aus dem Wasser; er crawlte alles durch. Er
war mein persönlicher Held vom Donnerstag...! Dann folgte eine
amüsante und aufregende Fahrt zugleich mit ihm nach Castasegna,
am Fusse des Malojapasses. Über den Monte Ceneri erreichten wir
Lugano, von wo aus der Dauerstau begann. Entlang dem Comersee herrschte
Chaos, und die engen Strassen verursachten immer wieder lange Wartezeiten,
welche wir mit Musik (Schnörregiige Wunschkonzert), Plaudern mit
"Nachbarn" oder einer kurzen Beachvolley-Einlage auf der Strasse
überbrückten. Wir regten uns gar nicht erst auf, sondern nahmen
unser Schicksaal gelassen. Etwas Aufregung kam aber auf, als wir wegen
der schlechten Strasse einen Aufhängeschaden am Bus produzierten,
der dann später am Abend in Samedan glücklicherweise provisorisch
repariert werden konnte.
Hannes kam gut über die Pässe Bernadino und Splügen,
nun war es an mir, via Bikestrecke auf den Malojapass zu kraxeln. Es
war sehr warm und die Wege sehr abwechslungsreich. Ich fühlte mich
gut im Strumpf. Allerdings musste ich mittendrin noch einen "Pissstop"
einlegen - die Blase konnte nicht mehr. Bevor es auf die letzten 6km
auf der Strasse ging, wo ich übrigens einen super Rhythmus fand,
musste ich vorübergehend etwas beissen. Mit dem 23.Rang darf ich
zufrieden sein. Die ganze Mannschaft zeigte eine gute Leistung, und
wir durften einen weiteren Top100 Rang feiern.
Das Camp auf dem Flugplatz Samedan imponierte mir von der Organisation
her am meisten. Zwei Parkplätze hintereinander für Fahrzeug
A und B direkt vor dem Zelt. Das machte richtig Freude. Auch das Essen
war gut. Und den Weg dorthin konnten wir bequem per Inline oder Scooter
zurücklegen. Hier traf ich auch meinen ehemaligen Didaktikdozenten
und diskutierte noch relativ lange mit ihm. Genau solche Szenen, wie
ich sie mir wünschte für den ganzen Gigathlon. Doch für
mehr Party reichte es nicht; der Schlafsack rief. Und ich war froh,
dass ich einen so warmen besitze, denn es wurde mächtig kalt in
der Nacht.
Freitag
Die Diskussion vom Vorabend bezüglich Schwimmstrecke wurde am Morgen
geklärt: Der Davosersee ist nicht zu kalt, sodass ein 7km Lauf
anstatt dem Schwimmen stattfand, sondern lediglich so kalt, dass nur
500m anstatt 2km zu absolvieren waren. Also musste ich doch rein ins
Wasser. Während Tom schon wieder unser Frühaufsteher war -
diesmal aber als Biker - fuhren Hannes und ich via Flüelapass nach
Davos. Unser Zeitmanagement geriet allerdings etwas unter Druck. Wir
fuhren nicht nur etwas spät ab und gerieten in den Stau, sondern
wir mussten uns auch einen anderen Parkplatz als die offiziellen suchen.
Wir fanden dann einen, mehr als 1 Kilometer von der Wechselzone weg.
Schnell in den Neoprenanzug, den es wirklich brauchte, und dann ab per
Laufschritt in Richtung See. Der Schweiss lief mir strömend übers
Gesicht und im Anzug war bereits alles durchnässt als ich ankam.
Tom war bereits da, neutralisierte unsere Zeit aber glücklicherweise.
Trotzdem ärgerte mich dieser Umstand. Der Einstieg in den See fiel
mir trotz dem 14°C kalten Wasser leicht. Ich crawlte los, zwar fadengerade
anstatt einer Linkskurve, aber motiviert. Die Schwimmlage im Neopren
faszinierte mich, einfach unglaublich flach ohne Anstrengung. Im Kopf
war mir aber irgendwie nicht mehr so gut, vielleicht war ich etwas überhitzt
vor dem Start, und so stellte ich auf Brustgleichschlag um bis ins Ziel.
Die Zeit haute niemanden um. Doch oh Schreck, ich hatte den Datachip
(am Fussgelenk) verloren. Ich sprang zurück zum Zeitmesswagen,
meldete dies, wartete etwas und bekam einen neuen. Scheisse, kostete
nicht nur Fr. 50.- sondern auch viel Zeit. Zusammen mit dem Lapsus vor
dem Start so viel, dass ich in der Rangliste nur an 353. fungierte,
das haute dann doch einige fast um. Leute, ich schwimme bestimmt nicht
gut, aber auch nicht so schlecht! Dies wollte ich doch noch loswerden...
In Frauenfeld campierten wir auf dem Waffenplatz. Auf einem Waffenplatz,
wo Panzerhaubitzen ihre Motoren brummen liessen. Mir kam da nur in den
Sinn: Zum Glück muss ich nun die UOS nicht machen, sonst sässe
ich jetzt auch auf einem solchen Ungeheuer. Einschub beendet. Doch noch
was: Waffenplatz, dies spürte man schon, die Zelte standen in Reih
und Glied. Unsere Bikes und Rennvelos brachten wir auch wieder einmal
auf Vordermann. Wir waren wieder gerüstet. Ein Outdoor-Nachtessen
auf der Wiese beendete diesen erneuten Top 100 Tag.
Samstag
Jenny wagte sich an die längste Schwimmstrecke: 9km! Hehe, reingelegt,
natürlich 9km im Fluss, genauer im Rhein. Trotzdem eine lange,
dafür spezielle Schwimmstrecke. Mit Hannes, für einmal auf
der kurzen Velostrecke, wurde Susann fürs Bike abgelöst. Das
ganze in Winterthur, wo es dann zu regnen begann. Beim Wegfahren passierte
mir noch ein blöder, kleiner Unfall. Ich rutschte auf dem Trittbrett
des Busses aus und knallte mit dem Schienbein gegen die ziemlich spitze
Kante. Fazit: Blut und ca. eine ein Zentimeter breite Platzwunde mit
Sicht bis auf den Knochen... Diese tat auch störend weh, und ich
zeigte sie in Zug den Samaritern, welche die Wunde mit Strips verarzteten,
obwohl laut ihrer Aussage Nähen sicherer gewesen wäre, was
sie aber nicht konnten. Meine grösste Sorge: Wie gehts mit dem
Inlineschuh? Ich hatte Glück, die Wunde blieb exakt oberhalb der
Lasche.
Der Massenstart um 18.30Uhr im Inline war eine Ausnahme. Ich war aber
nicht so begeistert für einen solchen Massenstart, da die Risiken
für einen Sturz natürlich steigen. Meine Sorgen waren aber
umsonst. Im Gegenteil, es war vielleicht sogar das eindrücklichste
Erlebnis auf sportlicher Ebene während des Gigathlons für
mich. Gruppenfahren kann Spass machen. Und das Rauschen der Rollen süchtig.
Ich musste zwar ständig etwas dazu lernen was Regeln betrifft.
[Eine davon könnte man auch sonst einführen: Der Vorderfrau
darf man ans Hinterteil fassen... hehe!] Wir waren schnell, und es war
ein geiles Gefühl in Luzern vor vielen Zuschauern einzulaufen.
Fast wie am Powerman.
Nach der verdienten Dusche suchte ich mir einen Massageplatz im Dul-X
Zelt. Übrigens das einzige mal in der Woche. Denn mein Rücken
tat wieder etwas stärker weh. Ich harrte lange aus mit Warten,
eine Stunde schon. Ob die Massage dann was gebracht hat, weiss ich nicht
genau. Schön wars aber allemal. Zumindest war dann der Sonntag
nicht schlecht. Am Abend kamen dann noch die Mutter der Müllers
vorbei zusammen mit Hannes' Freundin Maria. Und wir schauten erstmals
den Fernsehbeitrag von SF DRS über den Gigathlon. Mit einem Soft-Ice
in der Hand wars noch lässig. Dann hiess es aber wieder ab ins
Bett. Denn am letzten Tag wollte ich endlich alles geben.
Sonntag
Am letzten Morgen war Tom zum dritten Mal im Wasser. Und ich verpetzte
zum dritten Mal einen Wechsel. Einfach unglaublich. Dabei war doch alles
so durchdacht. Wann aufstehen, wieviel Zeit für Lunch holen, wieviel
zum essen und packen, wieviel zum runterfahren an den See. Auch Toms
Schwimmzeit rechneten wir hoch. Gut fünf Minuten von der schnellst
errechneten Zeit war ich dort - ein paar Minuten zu spät. Die Streckenangabe
spielte uns einen Streich. Von den 3000m Schwimmen waren ca. 500m Laufstrecke...
So musste ich halt von noch weiter hinten meinen geplanten Exploit starten.
Mein Pech an jenem Tag war, dass kein vernünftiger Velofahrer zu
finden war, der im Stande war, schnell zu fahren. So fuhr ich grösste
Teile alleine bis Aarau in einem sehr zügigem Tempo. Auf die Saalhöhe
kam ich wieder besser in Schwung, nachdem ich kurz vor der Steigung
eine kleine Krise einfing. Dann erfuhr ich ansatzweise die Rennbelastung
von Strassenrennfahrern. Ein sehr guter Rennvelofahrer überholte
mich und ich machte mich zu zweit mit einem anderen auf die Verfolgung.
In den Steigungen war der Rennfahrer nicht zu halten. Darum bolzten
wir dann im Tal umso mehr nach. Nachdem wir ihn aufgeholt hatten, formierte
sich eine immer grösser werdende Gruppe. Das Tempo war hoch und
immer wieder Beschleunigungen ausgesetzt. Je näher Basel rückte,
desto mehr gingen meine Kräfte dem Ende entgegen. Am Schluss waren
meine Beine voll gebraucht und ich war sehr zufrieden, da mein verhaltener
46.Rang viel persönliche Arbeit im Stile eines Einzelzeitfahrers
beinhaltete und ich ihn wirklich verdient hatte.
Mit Thömu brachten wir Hannes zum Start zur Schlussstrecke, dem
35km Lauf nach Biel. Hannes durfte also unser Gigathlon ins Ziel bringen.
Doch ehrlich gesagt, das Ziel in Biel war für mich nichts so besonderes.
Erstens war das Durchkommen für mich zu keiner Zeit ein Ziel gewesen,
zweitens waren wir nicht am Ende der Kräfte und drittens hatten
wir ja sportlich auch kein speziell ausgerichtetes Ziel.
Natürlich freuten wir uns alle, dass wir es geschafft haben. Vorallem
sind alle heil in Biel angekommen! Das ist doch sowieso am meisten wert!
Aber gleichzeitig freuten wir uns doch auch alle wieder nach Hause zu
gehen und das grosse Erlebnis Revue passieren lassen zu können.
Solche Abenteuer sind doch sowieso immer im Nachhinein am Allerschönsten,
oder nicht? Wir haben auf jeden Fall alle sehr viel Freude gehabt! Und
auch sehr viel geleistet! Und wir waren dabei, am Swisspower Expo Gigathlon
2002!
von luki baumann, 2002
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