10/2002
TREKKINGTOUR MONTEROSA


Als Kopflüfter nach den Prüfungen und in der Übergangsphase im Training beschloss ich zusammen mit Markus eine 8 tägige Trekkingtour von Saas Fee rund um das Monte Rosa Massiv zurück nach Saas Fee zu machen. Es war unsere erste Trekkingtour und wir suchten die Herausforderung viel zu laufen und dies erst noch Ende Herbst, wo Kälte in den Bergen üblich ist und es früh dunkel wird. Mit Zelt und Kocher und Nahrung gings dann los. Leider mussten wir auf dem Theodulpass, 3300müM, einsehen, dass es aufgrund der Wetterlage keinen Sinn mehr machte die Tour fortzusetzen weil ein Abbruch auf der italienischen Seite einen grossen Umweg bedeutet hätte. So nutzten wir die zwei Tage noch rund um Zermatt und gingen schweren Herzens nach Hause. Aber eine Trekkingtour, das werden wir schon wieder mal machen.

 

1. Tag, Samstag 12.10.02
Saas Fee – Höhenweg – Grächen – Gasenried

Aufstehen: LB: 5.45 MK: 5.30
Abmarsch: 10.30
Ankunft: 18.20
Pausen: 5’ 10’ 20’ 5’ 10’ 5’ = 55’
Marschzeit: 6.55

Wir sitzen im Cisalpino nach Brig, wo wir den Bus nach Saas Fee nehmen werden. Luki ist müde. Er ist gestern zu spät ins Bett gegangen. M. hat soeben Odloshirt angezogen und schwitzt. Falls M. den Fotoapparat dabei hat, werden wir ein Foto von den Rucksäcken machen. Sie sind schwer !! $@**!!

Tourismusbüro Saas Fee: Europaweg gesperrt. Abmarsch bei Nebel nach Wasserlassen und Wasserfüllen. Gemütlich ein Stück nach Saas Fee: „Diese Etappe wird wohl nur das Vorspiel sein...! „Mittagspause“ mitten auf Weg nach 7 Blatt WC-Papier weniger ;-) Nach Geröllhalde im Fels eingemeisselte Wege in luftigen Höhen. Es wird langsam mühsam. L: Schulter M: Zehen. Es wird noch etwas mühsamer. Auf und Ab. L: Hüfte M: Beine und Schulter. Bergstation Hannigalp ob Grächen. Bergabwärts ganz mühsam...

Seelein, danach Vitaparcours und Wasserleitung. (100m zu hoch) Camp bei unbewohntem Ferienhaus mit 2x Wasser von deutschen Nachbarn. Nicht alle Nudeln gekocht. Milde Temperatur. Viel Tee gekocht. Zu wenig Zucker.


2. Tag, Sonntag 13.10.02
Gasenried – Europaweg – Europahütte – Randa

Aufstehen: 6.00 ... 6.20
Abmarsch: 8.20 (9.15 ab Kapelle Gasenried)
Ankunft: 17.30
Pausen: 5’ 5’ 10’ 10’ 25’ 60’ = 1.55
Marschzeit: 7.30

Noch etwas faul nach Wecker. Teigwaren zum Zmorge (250g) Tee gekocht. Ziemlich lange gebraucht zum Packen. „Abmarschzeit verpasst“. L. Speedotuch um Hüfte – hat was gebracht. Oben T-Shirt unter Rucksackträgern– brachte es weniger. M. Blasenpflaster grosse Zehe rechts. Normales Pflaster kleine Zehe links. Letzteres hat nichts genützt. Beide: Muskelschmerzen in den Oberschenkeln wenn abwärts. Wasserrinne gefolgt. Danach kein Wegweiser Europaweg. Zuerst probiert, dann zurück. 2. Versuch keine Brücke –> Telefon Tourismusbüro Grächen und Zermatt. Beide geschlossen. Mann mit Hund und Karte gab Rat. Weiter unten bei Kapelle dann Wegweiser Europahütte: Noch 5.20h.

Volle Kraft den Berg hoch trotz Verbot und Stop-Tafel...Steiler Weg im Lärchenwald – M. top Pacemaker!! Gämse gesichtet, 2. Halt mit Superaussicht. Noch bessere Aussicht bei Denkmal „Hl. Bernhard“. Schönes Weisshorn und Matterhorn. Einstieg in Europaweg erst durch Geröllfeld, dann Steinschlag gefährdet und noch gröberes Geröllfeld. Pause und Gedanken über Fortsetzung des Wegs wegen Schnee und Eis. Diese Passagen jedoch recht passabel. Öfters Halteseile wegen steilem Abgrund. Nordhänge gefroren, Südost-/Südhänge schneefrei und viel wärmer. Je näher Galenberg desto besser. Verfassung und Stimmung gut, wobei Beine etwas müde. Abstieg vorbei an etlichen Steinböcken und Gämsen. Geile Hängebrücke knapp vor Hütte. Verlassene Hütte, grandioses Wetter, dafür auf „Schnorre“. Feiner Thunfisch... Wir genossen die Ruhe. Viel Schmerz bei Abmarsch. M. Beine, L. Schulter. Steiler Abstieg. Kräfte gingen dem Ende entgegen. Oberhalb Randa bei Wasserreservoir Camp aufgeschlagen und Wasser geholt (knapp 3+3+10 Liter). Luki wird etwas unwohl, M. kocht Tomatensuppe und Tee. L. schläft immer noch. Wäscheleine 3fach Zickzack. Superfeines Risotto (2.5fach Wasser, 300 g Risotto, etwas Salz und Bouillon, vor Siedepunkt Reis ins Wasser, dazu 2 Briefchen Safran und etwas Olivenöl. Al dente, saftig mit viel Greyerzerkäse, Woala. Tagebuch auf Zug vom nächsten Tag verschoben. Telefon mit Fam. Kaufmann.

3. Tag, Montag 14.10.02
Randa – BVZ – Zermatt – Trockener Steg – Theodulpass

Aufstehen: 6.00 ... 6.10
Abmarsch: 7.55 (8.27 Zug in Randa)
9.30 Abmarsch Bhf. Zermatt
Ankunft: 15.30 Pistenbully, 16.30 Refugium
Pausen: 5’ 5’ 10’ 15’ 5’ 20’ = 1h
Marschzeit: 5h ab Zermatt

Es regnet als wir um 6.00 durch Lukis Uhr geweckt werden. Alpinwetterbericht hören, nasses Zelt einpacken und Abmarsch Richtung Bhf. Randa. Zu weit gelaufen, Einkauf verpasst, dafür Nicolas Buica gesehen. Zurück, Bahnhof gefunden. Dann im Zug GA nicht gültig, es kostet 6.20 CHF pro Person. Mit Regenhut im Zug. In Zermatt Einkauf im Coop, draussen auf der Bank Fruchtsaft. Ins Tourist Office, Tel. mit Alpin Center. Aufstieg ok., Abmarsch, schönes Wetter, Kleiderwechsel, Wasser holen im Bach. Micropur zum Ersten. Pausen in Helsinki (Hermetjie). Bis Furgg Weg ok. Vor Trockener Steg wird es mühsam, den Weg zu finden. Es ist kühl und windig. Schnee auf dem Weg (ab ca. 2600m). Gespräch mit zwei Grimentzerinnen und einem Hund: „on est fou“. Pause im trockenen. Skifahrer kommen runter wegen Nebel. Auch eine hübsche Skifahrerin kommt runter. Luki fragt französische Sachen, die sie nicht versteht (raide, le neige, ...). Es zählen also nur die äusseren Werte. Ps. Il est neble.... Gamaschen montiert (L. nicht, er hat sie zu Hause vergessen). Jacke und Handschuhe. Telefon an. Kappe und Abstand! 1h Marsch alles dem Lift entlang. Pistenbully nimmt uns mit, Theodulhütte sei geschlossen. Also rauf auf Testa Grigia. Heisse Schoggi 4.-. Längere Diskussionen. Luki Anschiss (kann ja nicht sein!). Übernachtung doch möglich. Mit Pistenbully zum Refugium, Leiter rauf – es wird gemütlich. Ùnd scheissekalt. Stimmung top! Schnee geholt, telefoniert an Joni und Kafi. Essen kochen. Luki füllt den Kocher auf. Kocher brennt. Hütte (Fensterbrett) auch. Schnee zum löschen. Luki will mein Schmuckstück aus dem Fenster werfen. Trocknen und löschen. Zweiter Versuch, andere Stelle. Wieder misslungen (mit Feuerlöscher). Stimmung unter Null. Powerbar und Müesli zum Znacht. M. muss noch für grosse Jungs. Luki schläft und erzählt nur noch Blödsinn. Sternenklare Nacht und Mondschein, pooah! Gute Nacht, es dürfte kalt werden.

4. Tag, Dienstag 15.10.02
Theodulhütte – Trockener Steg – Schweigmatten (ob Zermatt)

Aufstehen: 6.40 (Wecker nicht gehört)
Abmarsch: 11.50
Ankunft: 15.50
Pausen: 10’ 10’ 15’ 15’ =50’
Marschzeit: 3.10

Erst 6.40 wach. Voll verpennt. Weil Uhr im Schlafsack bzw. am Handgelenk. Weil schlechtes Wetter für Mi und Do angekündigt Diskussion über Fortsetzung/Abbruch der Tour. Weil Schneefallgrenze zu tief wäre bei Gressoney Schluss gewesen. Für angekündigte Schönwetterphase danach ist Zeit zu knapp. Entscheid: Abbruch. Luki liegt im Bett. M. versucht draussen Sonnenaufgang zu fotografieren, doch der kommt und kommt nicht...
M. versucht den Kocher in Schwung zu bringen. 1. Versuch missglückt, 2. gelingt. -> Gerstensuppe auf Terrasse. Freude über funktionierenden Kocher (am Morgen noch eisgekühlte Ovo von M. an L. obwohl Wasser vorhanden Schneematsch gewünscht/genommen) Tee auf "Teeodulpass" unten gekocht mittels Schnee schmelzen. 2 x. Entscheid für Abmarsch Richtung Zermatt um Mittag. Nach packen bei viel Wind aber einigermassen sonnigem Wetter Abmarsch die Piste runter (Autobahn). Umziehen und Kackepause (Guinness Buch der Rekorde!) unterhalb Trockener Steg. Weiterhin viel Wind – keine sehr gemütlichen Pausen. M. mit zusammengetapten Zehen. Schafbein und dann auch Schafmagen gesehen. Wo ist der Wolf? Suche nach Zeltplatz. [Chäufi pennt, ich muss schreiben] Vis-à-vis der Gornera gedeckt getarnt am Waldrand. Wasserholen bei Quelle. Wasser für Tee, Kaffee und Ovo gekocht. Danach Polenta: 300g in heisses Wasser bei ständigem Rühren, Salz und Bouillon, Herbamare pikant, Kondensmilch und Olivenöl beigeben und köcherlen bis Kelle steht. Greyerzer dazu, voilà.

Körperwäsche outdoor nur in Unterhosen *brrr*. Viel Tagebuch schreiben weil letzte Tage nicht gemacht. Tel mit Urs. Entscheid für morgiges Heimkommen am Abend (ca. 19.30). Chäufi schläft. Guet Nacht.


5. Tag, Samstag 16.10.02
Schweigmatte – Riffelberg – Gornergrat – GGB - Zermatt

Aufstehen: 6.00 ... 7.00
Abmarsch: 10.14
Ankunft: 13.54
Pausen: 5’ 15’ 20’
Marschzeit: 3.00 (jöö)

Wecker klingelt, Luki will wieder mal nicht aufstehen. Geräusch = Regen? M. opfert sich um 7.00 uhr nach der Fortsetzung eines wunderbaren Traums (Nadine...) und steht auf, um nach dem Wetter zu schauen und Wasser zu lassen. Braucht danach eine uhuere Längi, um seine (stinkenden!) Zehen zu verarzten (Pflästerli, Papierli, etc.). L versucht Feuer zu machen, holt nach dem Verbrennen der Zündwürfel endlich den Rat eines Profis (M.) ein. Nächster Versuch: Benzin. Ach du Schreck. L.B. aus B. sch. sich fast in d. H. (wie bei Sturz in Gletscherspalt...). Resultat: Kein Feuer, das Holz war tatsächlich zu nass. Aus dem Bänkli gab’s Ovo-Müesli bevor viel, viel Tee gekocht wurde. Wie viel Hitze kann der Wassersack ertragen? Rekord: 3h nach dem Aufstehen haben wir endlich alles zusammengepackt. Es kann losgehen.

Führer M. lotste L. quer durch Wiese, Büsche und Wald. Wo sind wir? aha. kleine Abkürzung (fast senkrecht) und wir sind wieder auf dem richtigen Weg. Die Schafe staunten nicht schlecht. 1. Pause und Fotosession Matterhorn. Danach kleiner Sprint (anaerob alactazid). Zunge bei Fuss. Die Phosphate reichen für 7 Sekunden. Bergauf mit Big Rucksack. (Phosphaten ist egal , wie viel man trägt). Hotelanlage Riffelalp (Deutscher: „Ich hab das Matterhorn schon ohne...“) Wir auch...
Wir werden als sportliche Wanderer angeschaut (weniger als 2.5 h) - waren wir auch. Weg entlang der Skipiste bis Riffelberg Hotel. Dort *glänzendeAugen* Kommunikationsgerät. Email for free (8 Stück). Hobbybiker auf Fototour. M. half tapfer. Achtung Tamagotchis (Japaner) rutschen den Berg hinunter. Wir lächeln zurück. Schnee auf dem Weg. Kann man hier wirklich runterbiken? M. gewinnt Schlussspurt auf dem Gornergrat (10s früher angesetzt. Was ist mit L’s Reaktionszeit?) Geiles Wetter. Bisschen windig. L. verliert einen grossen Fuss (Teller vom Bigfoot-Stock) im Aufstieg auf den Panoramaplatz. Erweitern der Geographiekenntnisse. WC. Mutz auf zwecks Umweltschutz. Shopping im Souvenirladen. Nettes Gespräch mit Verkäuferin (Snowboarderin, leider ein bisschen alt) Picknick auf der windigen Terrasse. Wieder Hilfeleistung beim Fotografieren, inkl. Sujetwahl. Bahnfahrt um 16.19 für 17 CHF nach Zermatt, von dort 1. Klasse via Herbriggen-St.Niklaus (Bus) nach Brig. Dort Einkauf und weiter im CIS nach Olten. Debriefing.


::: ENDE :::

 
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