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14.02.-21.02.2004
(28.02.2004)
Abgebrochenes TRAININGSLAGER MALLORCA 2004
Am 4.Trainingstag wurde unser Trainingscamp durch einen schrecklichen
Unfall jäh beendet. Unser Kollege Marc lag fünf Tage im Koma
und hat schwere Verletzungen. Die Aussagen der Aerzte, dass Chöli
keine bleibenden Schäden davontragen sollte, sind immerhin was
positives. Es begann alles so motiviert und schön, und nun das...
Ich habe versucht, meine Gedankengänge rund um den Unfall etwas
geordnet wiederzugeben. Denn es beschäftigt doch sehr.
Es ist der tragischste Moment meines bisherigen Lebens, dieser Unfall.
Das Trainingslager hatte soeben erst richtig begonnen, als es für
uns auch schon wieder zu Ende war. Jeder weiss, dass es auf den Strassen
gefährlich ist. Sei es mit dem Auto, dem Motorrad oder eben auch
als Velofahrer. Es passieren täglich viele Unfälle. Aber nie
einem selbst - denkt man...
Wie schnell es gehen kann mussten wir auf tragische Art und Weise erfahren.
Sekunden
oder gar Sekundenbruchteile können alle Pläne auf den Kopf
stellen wenn man zur falschen Zeit am falschen Ort ist.
Es läuft wie ein Film ab, bis man immer wieder realisieren muss,
dass es Wirklichkeit
ist. Man soll sich nicht fragen warum nur, wieso wir, wieso jetzt, warum
nur Chöli so schwer, hätten wir doch und wenn und aber. All
dies nützt nichts. Was aber sicher hilft ist die Gewissheit, dass
wir überhaupt keine Fehler begangen haben. Niemand wird sich einen
Vorwurf machen müssen.
Auch die Zeit nach dem Unfall war hart. Die bangen Stunden, bis wir
wieder Bericht erhielten über Chölis Zustand. Die Angst, die
Ungewissheit
über die Folgen, die Hilfslosigkeit, all das gab viel zu denken.
Und zu schaffen. Das einzige an was wir uns klammerten war die Hoffnung,
welche durch die positiven Aerzteberichte zum Glück immer unterstützt
wurde.
Die Verarbeitung des
Unfalls und dessen Folgen wird anhalten. Manchmal hat man das Gefühl,
man sei schon recht weit, bis man irgendwann wieder eingeholt wird.
Eingeholt von den vielen Emotionen die man erlebt. Tränen
helfen und machen auch wieder Platz für andere Sachen.
Das Leben
geht weiter. Für jeden von uns. In jedem Fall. Und wir werden auch
alle mit unserem Sport weitermachen. Sport ist unsere Passion. Teil
unseres Lebens. Je früher wir zurückkommen zum Alltag, desto
besser.
Bald stehen wir irgendwo
an einer Startlinie,
währenddessen Chöli an einer ganz anderen Startlinie steht.
Nämlich an der Startlinie zurück zum Leben zu finden. Chöli,
unser Counterattacker und Powerman, er hat die Kraft, die Ausdauer,
die Geduld und vorallem den Willen. Das zeigte er im Sport und das -
so hoffen wir - wird er auch jetzt zeigen können. Chöli, wir
werden mit dir sein, bei dir sein, dir die Daumen drücken! Du schaffst
es, denn du weisst: "Geht nicht,
gibts nicht!"
Ich möchte aber
auch der Familie Kölliker mein tiefes Mitgefühl aussprechen.
Worte sind dafür eh zu schwach. Ich hoffe ganz fest mit Euch, dass
Chöli zurückkommen wird, als den Chöli, den wir kennen:
Engagiert, motiviert, voller Lebensfreude,
dankbar und mit einer gehörigen Portion träfen Sprüche...!
Lukas
Baumann, 25.02.2004
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Tagesberichte
Tag 0
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schön, 15°C |
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| 13:40 Uhr, Abflug |
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| 18:20 Uhr, Lauftraining |
0:54 h |
Dauerlauf |
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Reise füllte Tag aus...
Bereits zum dritten Mal durfte ich die Koffer
packen und nach Mallorca ins Trainingslager fliegen. Leider war der
Flug mitten im Tag, sodass an ein Velofährtli nicht mehr zu denken
war. Nach guter Reise bezogen wir unser 4er Appartement im Hotel Playa
de Muro bei Alcudia und schnürten unsere Laufschuhe, um ein gemütliches
Abendjogging dem Strand entlang nach Port Alcudia zu machen.
| Tag 1 |
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schön, 15°C |
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| 10:00 Uhr, Lauftraining |
0:58 h |
Dauerlauf, Laufschule und 5x11 sec Sprint |
| 12:35 Uhr, DM Velo |
3:35 h |
100.0 km, 27.8 km/h |
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Erster Trainingstag
Nach einer etwas kühlen Nacht - die Heizung
funktionierte nicht - begann der Tag wolkenlos mit Sonnenschein. Nach
einem reichhaltigen Morgenbuffet absolvierten wir erst ein Lauftraining.
Zeitweise liefen wir auch im Sand, was für willkommene Abwechslung
sorgte. Die nachmittägliche Radeinheit unternahmen wir alle in
kurzen Hosen und langem Trikot, bzw. Jonas stülpte sich später
noch Knielinge über. Der Frühling ist hier schon mächtig
eingezogen und die Insel erscheint wunderbar grün und Blütenreich.
Es war total herrlich!
| Tag 2 |
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bewölkt, kühl, 11°C |
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| 10:00 Uhr, KA Velo |
1:54 h |
48.2 km, 25.3 km/h, 3x9 min mit 50rpm @160 |
| 14:00 Uhr, DM Velo |
3:30 h |
94.5 km, 27.0 km/h |
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Kühler und langer Arbeitstag
Heute standen wiederum zwei Trainings an. Am
Morgen absolvierte ich mit Joni ein Kraftausdauertraining am Berg, allerdings
nicht allzu intensiv. Nach einer kurzen Pause von 2h gings bereits wieder
los zum Ausdauertraining. Ich hatte wenig gegessen und spürte dies
auch den ganzen Nachmittag. Wir werden ab sofort bei zwei Trainingseinheiten
dazwischen im Appartement kochen. Im übrigen war es ziemlich kühl
und immer bedeckt - ich trainierte gar mit der Winterjacke...
| Tag 3 |
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Regen, 12°C |
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| 11:00 DM Velo |
0:30 h (5:30h) |
UNFALL! |
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Unfall
Motiviert für eine lange, extensive Ausfahrt
standen wir auf. Leider war das Wetter regnerisch und kühl. So
beschlossen wir, dass wir nicht sehr weit weg wollten und via Schlaufen
unsere Fahrstunden sammeln. Chöli war etwas erkältet und wollte
sowieso nur 1.5h fahren. Nach knapp 30 Minuten Fahrzeit geschah das
Unfassbare: Ein Lieferwagen kollidierte mit einem vor ihm fahrenden
Auto seitlich und geriet auf die Gegenfahrbahn, wo wir uns befanden.
Hannes passierte gar nichts, ich hatte einen "Schultercheck"
mit der Busseite und auch Joni wurde leicht gestreift. Chöli fuhr
hinten links und wurde frontal erfasst. Was danach folgte war schrecklich.
Ich denke, wir leisteten gute erste Hilfe. Die Zeit schien endlos zu
sein, bis die Retter endlich eintrafen. Wir bangten um Chölis Leben,
hatten grosse Angst.
Am Abend erhielten wir Bericht vom Spital: Chöli
sei im Koma, diverse Beinbrüche, eine Schädelfraktur und leider
auch ein Hämatom im Gehirn (kl. Blutung), welche aber unter Kontrolle
sei. Kreislauf und Atemfunktionen seien aber in Ordnung. Erstmal freuten
wir uns, dass Chöli am Leben war und brachen in Tränen aus.
Immer wieder holte uns aber die harte Realität ein: Wir hatten
einen fürchterlichen Unfall und Chöli liegt im Koma!
Ich selbst war auch ins Spital geliefert worden
wegen meiner linken Schulter. Die Schmerzen waren gross. Zudem wurde
auch meine linke Wange geröntgt, die stark geschwollen war. Wahrscheinlich
schlug es meine Achsel ins Gesicht beim Aufprall. Es ist aber nur eine
Prellung. Und auch an der Schulter ist nichts gebrochen. Morgen werden
mich Spezialisten untersuchen.
Im Spital zwischen Hoffen und Bangen
Ich war glücklich, dass ich eine halbwegs
"gute" Nacht hatte. Doch die Unfallbilder beschäftigten
schon. Zum Morgenessen durfte ich noch immer nichts festes zu mir nehmen...
Und das bange Warten um den Zustand von Chöli ging weiter. Jonas
und Hannes kamen mich ab und zu besuchen. Wir redeten viel und versuchten
uns auch abzulenken. Daneben gab es auch viel zu tun mit der Polizei.
Wir waren im Kontakt mit dem Vater von Chöli, der inzwischen nach
Palma geflogen ist. Wir sind sehr froh, dass er hier ist. Er regelt
all die rechtlichen Sachen, denn es wird sicher einen Prozess geben.
Wenn ich alleine im Zimmer war hörte ich entweder Musik, schaute
fern, döste vor mich hin oder dachte an liebe Menschen die sich
viel Zeit für mich nahmen.
Chölis Zustand wurde als stabil bezeichnet
und wir sollten uns keine Sorgen um seine Kopfverletzungen machen -
laut den Untersuchungen werde er keine Schäden davon tragen! Mit
viel Hoffnung nahmen wir diese Meldungen entgegen. Dennoch ging das
Bangen ständig weiter. Ich selbst fühlte mich nicht so seriös
untersucht und wusste daher nicht mal genau, wie und was jetzt genau
verletzt war...
Die zweite Nacht konnte ich schon recht gut
schlafen. Und dann wurde ich entlassen am Mittag. 3 Wochen den Arm in
der Schlinge und es werde wieder gut... Von Therapie keine Rede.
Naja, so hängten wir dann in unserem Appartement, klärten
ab wie es weiter geht und beschlossen am Abend, dass wir am Samstag
vorzeitig nach Hause reisen. Und dass Joni bleiben wird und das Trainingslager
fortzusetzen versucht.
Vorzeitige Heimreise
Wir versuchten einigermassen einen geregelten
Tagesablauf zu haben. Normal Morgenessen, Mittagsspaziergang, Sachen
packen, gamen und wieder Nachtessen. Nach der offiziellen Verabschiedung
in der Bar unten packten wir noch fertig und am Samstag Morgen früh
gings bereits ab zum Flughafen und nach Hause - Business Class... Dies
genossen Hannes und ich. Ja, so war unser tragisches Trainingslager
zu Ende gegangen. Unsere Gedanken gelten immer wieder Chöli. Denn
es ist klar, dass es viel Kraft, Ausdauer, Geduld und Wille braucht,
um wieder zu genesen und auch den Unfall psychisch zu verdauen. Chöli,
du schaffst es, denn du hast diese Attribute! Für Dich, für
deine Familie, für deine engsten Freunde, für uns, für
den Powerman, für den CPC - wir brauchen dich!
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::: ENDE :::
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