11.03.-25.03.2006
TRAININGSLAGER TOSSA DE MAR 03/2006


Das dritte und letzte Trainingslager für die Saison 2006 liegt hinter mir. Mit drei Viererzyklen und nur zwei Ruhetagen wollten wir einen noch ausgeprägteren Reiz setzen. Leider konnte ich mein geplantes Programm nicht durchziehen, da ich am vierten Tag starke Magen-Darm-Probleme bekam und nachher so geschwächt war, dass ich praktisch vier Tage pausieren musste. Doch ich kam zurück und darf trotz allem sehr zufrieden sein. Auf der Schlussetappe hatte ich wie Joni super Beine und es zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind für eine schnelle Saison!


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Athleten


Jonas Baumann
Lukas Baumann
Christoph Feremutsch

Training

Velo 49:54 h in 12 Trainingseinheiten (1370 km)
Laufen 9:02 h in 11Trainingseinheiten
Total 58:56 h in 23 Trainingseinheiten


Tag 1

  sonnig, aber stark windig, 16°C
     
8:20 Uhr Ankunft mit Car (Abfahrt 19:45 Autobahnraststätte Kölliken)
12:30 Uhr, DM Velo 3:15 h 92.9 km, 28.6 km/h, 189 w
17:00 Uhr, DM Lauf 0:49 h  
     

Der Wind und das Twix
Schnee und Regen in der Schweiz, zum Teil auch noch in Frankreich, und an der Costa Brava in Spanien blauer Himmel und Sonnenschein! Der Car von Wallisser Reisen führte uns über Nacht an den richtigen Ort. In den drei Wochen zwischen dem letzten Trainingslager und dem jetztigen habe ich leider nur sehr wenig trainieren können. So wenig, dass es mich schon etwas fuxt. Werde wohl ein paar Tage Angewöhnungszeit brauchen. Unser erstes Radtraining hier war etwas vom Winde verweht, im Gegenwind und Seitenwind rauschte es in den Ohren, als wären wir mit 50-60 km/h unterwegs... Meine Beine waren nicht sonderlich gut drauf und wurden auch schnell kraftlos. Eineinhalb Twix halfen die unerwartete "Schwäche" zu lindern - ich hatte dummerweise nichts essbares dabei, weil ich es nicht für nötig hielt... Christoph erging es ähnlich, darum nahmen wir den direkten Nachhauseweg via Tossatäli unter die Räder, währenddessen Joni über den Sant Grau heimpedalierte. Für mich war es eine gute Entscheidung, fühlte ich mich doch viel besser nachher. Nach einem unerwarteten Sonnenbad auf dem Balkon gingen Joni und ich noch dreiviertel Stunden laufen - tat gut. Empfangsapéro, essen und gspröchle mit bekannten Gesichtern und ein Cafékränzchen beendeten unseren ersten Tag hier in Tossa. Noch was an Luca: "Tämi, tämi-schad", bist du nicht hier! Wir werden aber trotzdem "Cöcene" und "Käfene" bestellen.

 

 

Tag 2

  sonnig, leicht bewölkt, 17°C
     
10 Uhr, WM Lauf 0:55 h 2x10' zügig-schnell
12:30 Uhr, DM Velo 4:03 h 116.1 km, 28.6 km/h, 185 w
     

Schnelle Parts im TL
So, das erste schnelle Lauftraining hätten wir bereits hinter uns. Mit zweimal 10 Minuten knapp unter dem momentanen Wettkampftempo waren wir sehr zufrieden. Machte viel Spass. Nach einem kurzen Mittagspäusli schwangen wir uns 1.5 Stunden später auf unsere Sättel, um 4h Grundlagenausdauer zu pedalieren. Völlig unerwartet war es warm genug, dass wir alle drei in kurzen Hosen fuhren. Die Beinlinge in den Rückentaschen blieben also verstaut. Tossatäli-Llagostera-Romanya-Calonge-St.Cristina-Romanya-Llagostera-Sant Grau-Tossa-Tossatäli zuoberst-Tossa. Eine herrliche Strecke über coupiertes, teils sogar bergiges Terrain. Joni wollte noch drei kleine Hügelchen (45-90s) um Giverola voll hochdonnern, ich ging etwas verhaltener hinterher. Gab richtig gute Beine, aber 20 Minuten später wars vorbei mit der Herrlichkeit und wir mussten beide unser "Notgel" verdrücken... :-) Im Grossen und Ganzen bin ich zufrieden mit heute, fühle mich aber trotzdem noch nicht gut im Strumpf, denn auf dem Velo fehlt irgendwie noch der Saft und die Beständigkeit.

 

 

Tag 3

  bewölkt, 16°C
     
10:40 Uhr, KA Velo 5:03 h 137.5 km, 27.1 km/h, 183 w
17:15 Uhr, DM Lauf 0:47 h  
     

Besser im Schwung
Heute stand Kraftausdauer auf dem Programm. 3 mal ca. 15 Minuten mit 50-55/min Pedalfrequenz bei ca. 270 Watt. Ich brauchte eine halbe Stunde Einfahrzeit, bis ich mich einigermassen wohl fühlte. Dann drehten wir bereits den dicken Gang hoch auf den Sant Grau. Umkehren und weiter gings der Küste entlang. Zweimal noch wiederholten wir das Prozedere an anderen Anstiegen. Ich war echt zufrieden, v.a. auch weil es in der letzten Stunde noch so rund lief. Ich bin eindeutig besser in Schwung als noch die beiden Vortage. Auch das Lauftraining nach einer stündigen Pause machte Spass, obwohl es ziemlich steil nach oben ging und dementsprechend auch wieder runter. Am Abend assen wir alle ziemlich viel. Denn Vorbeugen ist besser als Heilen - im Hinblick auf das morgige Training.

 

 

Tag 4

  egal...
     
Magen-Darm-Probleme    
     

Flachgelegt!
So eine Sch... Irgendetwas brachte mein Verdauungstrakt zum Spinnen. Keine Ahnung was, aber ich wurde von A-Z durchgespült. Als Magen und Darm komplett leer waren, war auch ich nudelfertig und völlig kraftlos. Ich musste den ganzen Tag liegen - anstatt 6h zu kurbeln - und konnte auch nichts essen. Auch am Abend ging ausser Zwieback kaum was vernünftiges rein. Auf jeden Fall wirds morgen natürlich nichts mit Training.

 

 

Tag 5

  wäre schön gewesen...
     
Trainingsausfall!    
     

Kräftelos im Bett!
Heute machten Joni und Christoph ihren verdienten Ruhetag. Für mich war sowieso klar, dass ich nichts machen konnte - bin immer noch ziemlich kraftlos und habe Null Appetit. Nicht gut. Zwinge mich zwar zu essen, aber viel liegt nicht drin. Hoffe auf Besserung...!

 

 

Tag 6

  sonnig, 17°C
     
14 Uhr, REG Velo 0:58 h 24.9 km, 25.8 km/h, 160 w
     


Auf dem Velo gings am Besten...

Soll ich oder soll ich noch nicht? Irgenwie juckte es zu trainieren, denn als ich aufgestanden bin gings mir recht gut. Dennoch bin ich sicherlich noch nicht fit für richtiges Training. Doch nach den vielen Zimmerstunden wollte ich einfach raus! Ich schwang mit aufs Velo und pedalierte locker das Tossatäli hoch und dann wieder runter. Mann tat das gut! Da ich am Abend beim Essen zwei drei schwache Minuten kassierte und mir auch sonst nicht so wohl war, kann ich sagen : Auf dem Velo gings mir am Besten...!

 

 

Tag 7

  sonnig / bewölkt, 17°C
     
11:40 Uhr, DM Velo 2:35 h 63.8 km, 24.6 km/h, 150 w
16:40 Uhr, DM Lauf 0:52 h (über 1h unterwegs, aber Dehnpause)
     


Moderater Wiedereinstieg

Ich habe einen Leidensgenossen in Giverola: Pädu Weber erging es ähnlich, allerdings war er erkältet und krank und konnte nicht trainieren. So strampelten wir zusammen eine lockere Runde via Küste und Sta.Cristina zurück nach Tossa über das Tossatäli. Wir nahmens wirklich easy und es tat super gut. Zweieinhalb Stunden sind doch schon anständig viel. Am Abend schnürte ich die Laufschuhe und stieg wieder zurück ins Training mit Joni und Christoph. Nach 25 Minuten legte ich allerdings eine kleine (Dehn-)Pause ein, damit ich nicht gerade eine Stunde am Stück laufen musste. Alles in allem ein gelungener, aber moderater Wiedereinstieg.

 

 

Tag 8

  bewölkt, 18°C
     
10 Uhr, DM Velo 4:40 h 123.4 km, 26.4 km/h, 162 w
16:40 Uhr, DM Lauf 0:30 h  
     


Im Rudel anstatt zu zweit!

Nach dem gestrigen Ride mit Pädu wollten wir beide das heute wiederholen, diesmal aber etwas länger und nicht mehr ganz so locker. Chrigu wollte auch locker fahren und schloss sich mir an, Joni folgte auch. Also holte ich Pädu anstatt alleine gleich zu dritt ab in Giverela. Doch Obacht, auch Pädu hatte Kollegen, nämlich der vier! So pedalierten wir also zu acht im Rudel anstatt wie geplant zu zweit ab... Zum Glück gings gut mit dem Gruppenfahren, das Tempo blieb schön gleichmässig. Tossa-Pass und Romanya fuhren wir gemeinsam, dann trennten wir uns, weil Gruppe Giverola nur drei, wir aber deren fünf Stunden trainieren wollten. Über den extrem holprigen Coll de la Ganga gings nach La Bispal und von dort das herrliche Strässchen hoch über den Santa Pellaia nach Cassa. Und natürlich - wie könnte es anders sein - über den Sant Grau nach Hause. Ein lockeres Läufchen beendete den Trainingstag. Und ich bin nicht mal hundemüde. Es geht also wieder!

 

 

Tag 9

  Regen! 12°C
     
10 Uhr, DM Velo 6:00 h 157.9 km, 26.2 km/h, 164 w
17:15 Uhr. DM Lauf 0:31 h  
     

Der Nässe widerstanden!
Zugegeben, es ist etwas ungemütlich am Sonntag Morgen aufzustehen und zu wissen, dass es heute Regnen wird. Vorallem wenn man einen 6 Stünder vorhat. Aber wenn das Wetter das Training diktieren würde - wie wäre das Sportlerleben auch langweilig! Etwas vorsichtig waren wir trotzdem und fuhren nicht gerade allzu weit weg. Erst gings über den Tossa-Pass nach Cassa und von dort über den Santa Pellaia zum El Angels, dem höchsten Berg heute. Mit Aussicht war nix, es war neblig und der Regen war auch schon im Gange. Vorsichtig die Abfahrt runter und ja kein Sturz riskieren war die Devise. Auf den Nebensträsschen wurden wir dann "zugemauert" - da blieb kein Stück Trikot in Originalfarbe! Mit der Zeit wurde es auch kühl in pflotschnassen Kleidern. Über Romanya fuhren wir dann der Küstenstrasse Richtung Tossa, mussten aber noch den Sant Grau hochstrampeln um genügend Zeit für 6 Stunden zu schinden. Auch wenn mir eine Scherbe noch einen Plattfuss bescherte, wir waren richtig glücklich am Abend - im Gegensatz zu vielen anderen, die ihr Velo nicht anrührten... Ein halbstündiges Läufchen brachte die Motorik für zweite Läufe noch etwas in Schwung und dann war Duschen angesagt! Warm duschen!

 

 

Tag 10

  bewölkt/sonnig, 16°C
     
11 Uhr, Spa-Bereich   Whirlpool, Sauna
     

Spa-Ruhetag
Ruhetag ist immer gut, noch besser aber, wenn man gratis Whirlpool und Sauna nutzen kann. Da kommt man echt ins Schwitzen, sogar so fest, dass ich nach 15 Minuten richtig froh war, die Sauna zu verlassen und mich etwas abzukühlen im Kaltwasserbecken. Neben Café trinken, Relaxen und Internet surfen genau das Richtige, um den Kreislauf passiv etwas in Schwung zu halten. Ich erholte mich wirklich gut und bin ready für die kommenden letzten Tage!

 

 

Tag 11

  sonnig/bewölkt, 18°C
     
10 Uhr, INT Lauf 1:01 h 2 x 10' schnell
13:10 Uhr, DM Velo 4:03 h 117.6 km, 29.0 km/h, 178 w
     

Darfs ein bisschen schneller sein?
Zum zweiten Mal stand für mich ein schnelleres Lauftraining an, für Joni und Christoph das dritte Mal. Und zum dritten Mal auf derselben Strecke - über Aspalt, befestigter Feldweg, halbe Bachbette und Sandwellen ist alles drin! Wir waren erneut etwas schneller, sowohl im hochlaufen als auch später auf der Retourstrecke. Unsere Beine liefen flott und ich bin sehr zufrieden. Vorallem auch, weil ich keinerlei muskuläre Probleme bekundete im nachmittäglich Radtraining.

 

 

Tag 12

  bewölkt/sonnig, Abend Regen, 16°C
     
10 Uhr, KA Velo 5:02 h 138.8 km, 27.5 km/h, 169 w
17:15 Uhr, DM Lauf 1:02 h  
     

Trainingsgewürz "Pröfene"
Seit bald drei Wochen weilt Sipke Zijlta, 20 jährig, hier in Tossa im gleichen Hotel. Er war Profi bei Rabobank, das Pfeiffersche Drüsenfieber zwang ihn aber zu einer 11 monatigen (!) Rennpause und einem Wechsel zu einem kleineren Eliteteam. Nun baut er sorgfältig wieder auf um in zwei Wochen zurück zu seinem Team zu kehren. Wir lernten ihn kennen, sprachen viel und so absolvierten wir heute ein gemeinsames Training. Für uns stand 3x15' Kraftausdauer auf dem Programm, er liess das natürlich aussen. Es ging mir nicht schlecht, auch wenn Joni jeweils eine Minute schneller oben war. Bei der dritten Serie liessen wir die Intensität normal, weil wir beide nicht das beste Gefühl hatten. Aber träniert ist träniert. Knapp vor dem Regen kamen wir zurück, das Lauftraining war dann aber klitschnass. Aber es machte Spass und es lief gut. Noch drei Tage!

 

 

Tag 13

  sonnig, 17°C
     

10:10 Uhr, DM Velo

5:08 h 141.8 km, 27.5 km/h, 174 w
17:25 Uhr, DM Lauf 1:01 h  
     

In Trance das Tossatäli hoch
Lustigerweise fühle ich mich nicht so müde wie zu Beginn des Lagers. Ich schlafe weniger zwischen und vor den Trainings. So auch heute. Da Chrigu an seiner Ferse/Achillessehnenansatz Probleme hatte, kehrte er bereits auf dem Tossatäli oben um und so fuhr ich einmal mehr mit Joni ein Trainingseinheit. Über Romanya gings Richtung El Angels, einem 480 Meter hohen Berg neben Girona. Diesmal bei Sonne und nicht bei Nebel. Es lief gut, aber ich merke, dass bereits wieder ein paar Trainingstage in den Beinen steckt. Zurück gings einmal mehr über den Sant Grau - Jonis obligatorische Heimfahrt :-) Beim abendlichen Lauf verspürte ich ein Energietief. Fast in Trance lief ich erneut mit Joni zusammen das Tossatäli hoch. Beim Wendepunkt wurde es aber etwas kühler und der Flash im Kopf verschwand zum Glück!

 

 

Tag 14

  sonnig, 19°C
     
10:45 Uhr 0:54 h  
13:15 Uhr 2:38 h 72.1 km, 27.3 km/h, 171 w
     

Kadenz und Hüngerchen
Mit drei guten Tagen in den Beinen und einem Abschlussride, der noch vor uns liegt, reduzierten wir unser Pensum heute etwas. Quasi ein Intermezzo-Tag. Auf dem Lauf schwirrten wir mal durch Tossa und auf die Festung. War noch lustig. Es war richtig schön warm - genau so wie es sein sollte! Machte richtig Spass. Auf dem Velo gings in kurzer Montur über den Tossa-Pass und Romanya nach Calonge und von dort auf der schönen Küstenstrasse zurück. Ich versuchte viel mit hoher Trittfrequenz zu fahren. Hab ich in der letzten Zeit brutal vernachlässigt, dementsprechend liefs auch nicht sonderlich flockig. Bevor wir zwei Saunagänge starteten im hoteleigenen Spa-Bereich, assen wir im Café ein Hot Dog, Schoggi-Croissant und ein Milchshake-Vanilla. Wir hatten ein ganz schönes Hüngerchen zusammen...

 

 

Tag 15

  sonnig, 21°C
     
10:15 Uhr 6:27 h 184.0 km, 28.5 km/h, 185 w
17 Uhr 0:40 h Koppellauf
     

Volles Programm von A-Z! Ein Hammertag!
Der letzte Trainingstag eines Trainingslagers scheint im 2006 für Joni und mich ein gutes Pflaster zu sein. Schon auf Gran Canaria trafen wir es jeweils vorzüglich mit dem Wetter und guten Beinen. So auch diesmal, auch wenn der Tag praktisch keine freie Minute zuliess. Aufstehen, Morgenessen, Packen und Gepäck deponieren, Radtraining durchgehend, kurz Umziehen, Lauftraining, Duschen, Abendessen, Verladen und Abreise! Unser letzte Ride führte uns über 8 Hügel und über sechseinhalb Stunden Fahrzeit, obwohl wir eigentlich deren 6 einplanten und eine Stunde laufen wollten. Da die Zeit aber nicht mehr reichte weil wir "überzogen", konnten wir nur noch 40 Minuten laufen. Wir hatten beide super Beine und mussten uns etwas zurückhalten, um nicht ins Rennfieber zu geraten... Auch das Laufen war genial, wir genossen das Tossatäli ein letztes Mal. Ja, und dann stiegen wir in den Walisser-Luxus-Car und versuchten irgendwie zu schlafen, um in der Schweiz bei Sonnenschein und Temperaturen von 20 Grad den Sonntag zu geniessen! Herrlicher hätte ein Empfang nicht sein können :-)
Einerseits bin ich nun froh, wieder zu Hause zu sein, andererseits spüre ich, dass ich fast vier Tage nix getan habe und sicherlich nicht ganz den gewünschten Trainingseffekt erzielte, wie ich wollte. Dennoch, ich bin happy mit dem Erbrachten und topmotivé für die unmittelbare Wettkampfvorbereitung!